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Seelsorger mit Familienleben - Wiener Zeitung vom 7.Nov.2009 PDF Drucken
Image13 Männer zwischen 38 und 62 Jahren werden am Sonntag in Wien zu Diakonen geweiht

Aufzählung Zölibat verhindert oft Priesterlaufbahn.
Aufzählung Diakon hat andere Schwerpunkte.

Wien. Kardinal Christoph Schönborn weiht am Sonntag um 15 Uhr im Wiener Stephansdom 13 neue Ständige Diakone.
Die Motive dieser ehrenamtlichen Seelsorger sind so unterschiedlich wie ihr eigentliches Berufsprofil (vom Wirtschaftsforscher bis zum pensionierten HTL-Lehrer):
Während der Psychotherapeut Uwe Eglau (43) "schon seit dem vierten Lebensjahr eine Berufung zum priesterlichen Dienst im Allgemeinen spürte", hatte etwa Markus Brosch (38) vor acht Jahren ein Schlüsselerlebnis. "Damals wurde mir klar, dass ich ehrenamtlicher Diakon werden will", erzählt der IT-Angestellte.

Er musste allerdings ein paar Jahre warten: Das Mindestalter für die Ausbildung zum Ständigen Diakon (im Unterschied zum Diakon-Amt auf dem Weg zum Priesteramt) sind 35 Jahre.
"Das hat den Grund, dass man als Ständiger Diakon seinen Familienstand fixiert haben soll", erklärt Brosch.
Im Klartext heißt das: Ein Diakon darf zwar bei der Weihe verheiratet sein und Kinder haben – danach darf er sich nicht mehr trauen lassen. Die meisten Wiener Diakone sind verheiratet.

Diener statt Vorsteher

Ein Diakon ist aber kein Priester mit Trauschein. "Die Schwerpunkte in der täglichen Berufspraxis sind ein bisschen anders", erklärt Eglau. Während sich ein Priester mehr auf das Vorstehen der Pfarrgemeinde konzentrieren müsse, sei ein Diakon in erster Linie deren Diener. "Mir geht es auch weniger um die Sakramente als vielmehr um die Seelsorge. Das war – neben dem Zölibat – der Hauptgrund für mich, nicht Priester, sondern Diakon zu werden", sagt Eglau, der seinerzeit das Priesterseminar abgebrochen hat: "Ich wollte hinausgehen, mit den Menschen reden, zupacken, wo es nötig ist." Ein Diakon hält Wortgottesdienste, leitet Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse und engagiert sich bei Pastorale und Caritasarbeit. Wandlung, Krankensalbung und Bußsakrament sind dem Priester vorbehalten.

Der angehende Ständige Diakon Markus Brosch hat auch im Berufsalltag keine Scheu, sich zum Glauben zu bekennen. Die Reaktionen der Kollegen gingen zunächst von schiefen Blicken bis zur Bewunderung. Mittlerweile gilt er als Institution in Glaubensfragen.

1000 Stunden investiert

Ein Diakon muss Theologie studiert oder mehrere entsprechende Kurse besucht haben. Außerdem sind – unter anderem – rund 600 Stunden Pfarr- und 80 Stunden Sozialpraktikum nachzuweisen. "In Summe waren das sicher mehr als 1000 Stunden in den drei Jahren Ausbildung", rechnet Eglau zusammen.

Ohne die Toleranz seiner Frau wäre das wohl unmöglich gewesen. "Wenn man dreimal die Woche – neben der normalen Arbeit, wohlgemerkt – von 17 bis 23 Uhr im Kurs sitzt und zwischendurch einmal für eine Prüfung nach Innsbruck fliegt, zehrt das natürlich an den Kräften." Deshalb sei es auch für einen Diakon sehr wichtig, dass er "Menschen hat, die einen stützen." Wie seine Frau und den Pfarrer.

Manchmal kann einem aber auch Letzterer nicht helfen. So wie im Fall von Walter Penkler. Der mittlerweile 63-Jährige, der in der Pfarre Floridsdorf aktiv ist, kämpft seit fünf Jahren vergeblich um die Weihe. "Ich sei zu alt dafür, hieß es." Die offizielle Altersgrenze für die Weihe zum Ständigen Diakon liegt bei 60 Jahren. Daher hat der Fast-Diakon die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben. Dabei hat er die Ausbildung komplett absolviert, wenn auch berufsbedingt erst sehr spät. "Bis zur Pensionierung habe ich beim Eislaufverein gearbeitet, da gingen sich die Kurse nicht aus."

Allerdings wurde heuer im Burgenland ein 69-Jähriger zum Diakon geweiht – Ausnahmen bestätigen also auch hier die Regel.

Wissen

Diakone gab es schon in der Urkirche, der erste war Stephanus. Als "bewährter Mann der Kirche" hat ein Diakon berufliche und familiäre Erfahrung, die er besonders in den Verkündigungsdienst stellt. Er unterstützt und ergänzt den Pfarrer (griech. diakonos = Diener). In Österreich gibt es derzeit 608 Ständige Diakone; in der Erzdiözese Wien sind es 164, die Hälfte ist 50 bis 60 Jahre alt. Ständiger Diakon ist man auf Lebzeit; man kann sich aber "von pfarrlichen Aufgaben entpflichten" lassen.

Copyright Wiener Zeitung,
Printausgabe vom Samstag, 07. November 2009


veröffentlicht von Mathias Ziegler am Donnerstag, 12. November 2009

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