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Haus Allerheiligen - ein Zwischenbericht PDF Drucken
Haus AllerheiligenHaus Allerheiligen – ein Ort zum Leben
Ein Bericht von Mag. Carl Gölles Hausleiter Caritas Haus Allerheiligen

Zunächst möchte ich mich im Namen der BewohnerInnen, der MitarbeiterInnen und der Caritas der Erzdiözese Wien ganz besonders beim Pfarrer Fritz Koren bedanken, dass „du die Initiative ergriffen hast für dieses Projekt.

Danke für deinen Traum von einem Sozialprojekt“.

Bei allen Mitgliedern der Pfarre Allerheiligen möchte ich mich bedanken für die wohlwollende Aufnahme in der Pfarre.


Caristas WohnungslosenhilfeIm März 2006
sind es drei Jahre, dass die BewohnerInnen ins Haus Allerheiligen eingezogen sind.
Hier können ehemals wohnungslose Menschen, die Unterstützung brauchen, ihren Lebensabend verbringen.

Zunächst ein paar Zahlen:
54 Bewohner sind im März 2003 in das Haus eingezogen.
Inzwischen sind
1 Ehepaar,
1 Lebensgemeinschaft und
4 alleinstehende Frauen
und weitere alleinstehende Männer dazugekommen.

15 Personen sind verstorben,
3 Personen sind ins Pflegeheim gekommen,
da die dazunötige Betreuung im Haus nicht mehr möglich ist.

Besonders zu betonen ist:

Die Menschen sind stolz auf ihre Wohnung:

Erst nach Monaten haben Bewohner festgestellt, dass sie nicht mehr täglich um den Kochplatz, um die Duschen, um das WC kämpfen müssen.
Jeder hat seine Wohnung und kann zur Ruhe kommen. Sie können wieder Freunde einladen, manche haben ihre Hobbies wiederentdeckt, haben den Kontakt mit ihren Angehörigen wieder aufgenommen.

Sie sind stolz auf ihr Reich.

Drei Jahre seit dem Einzug sind vergangen – eine lange Zeit:
Was hat sich in dieser Zeit entwickelt:

das Miteinander – die Nachbarschaftshilfe im Haus.

Bewohner sorgen für andere, kochen für andere, gehen einkaufen, und kümmern sich um andere, wenn einer krank ist.

Ganz berührend sind folgende Erlebnisse:

Ein Bewohner musste wegen eines Unfalls mehrere Tage im Spital verbringen. Da sagten zwei Bewohner vom selben Stock von sich aus: „Der hat ja niemand, daher besuchen wir ihn.“

Oder ein anderen Bewohner war aufgrund eines Venenverschlusses nach dem Spitalsaufenthaltes vorübergehend nicht mehr so mobil und konnte nicht mehr für sich kochen, da hat der Nachbar für ihn gekocht.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie Nachbarschaftshilfe wächst.

Eine positive Entwicklung im Haus ist, dass auch schwierige BewohnerInnen Platz haben in unserem Haus.

Unser besonderes Anliegen ist, dass die MitarbeiterInnen im Haus ein Klima der Toleranz und des Verständnisses für schwierige BewohnerInnen schaffen.
Gerade Menschen, die selbst genug Probleme haben sind bereit Verständnis für andere Personen aufzubringen.

Wenn es die körperliche Situation des Bewohners in Absprache mit den Ärzten trotz seiner schweren Erkrankung zuließ, konnten Bewohner mit Unterstützung der MitarbeiterInnen, vom Mobilen Hospiz, mit Spitälern, externen Diensten ihre letzten Lebenswochen und Lebensstunden im Haus verbringen.
In diesen Stunden ist die vertraute Umgebung für die Betroffenen sehr hilfreich. Gerade wenn jemand schwer erkrankt ist versuchen wir ihm noch soweit es möglich ist, kleine Wünsche wie zum Beispiel ein Besuch im Kaffeehaus oder im Tiergarten Schönbrunn zu erfüllen.

Dass das Haus Allerheiligen sich so entwickeln konnte wurde möglich durch die MitarbeiterInnen, die täglich für die nötige Unterstützung mit viel Geduld sorgen.
Die Betreuung umfasst sozialarbeiterische Betreuung, Hilfestellung im Alltag, Wohnbetreuung, usw.

Die praktische Ärztin kommt wöchentlich, eine Psychiaterin 14 tägig ins Haus.
Wenn nötig kommen, HeimhelferInnen, mobiles Krankenpflegepersonal, Physiotherapeutin, und Logopädin.

Unser Ziel ist es, die BewohnerInnen ein Stück ihres Weges zu begleiten und dazu gehört auch wesentlich die Pfarre.

Dank ihrer Veranstaltungen, die sie für unsere BewohnerInnen organisieren wie Grillfest, Ausflug für die BewohnerInnen, Essen für die BewohnerInnen usw.
Das bedeutet für die BewohnerInnen wieder ein Stück Normalität im Leben.

Grundvoraussetzung ist aber ihre Offenheit für diese Menschen, dass sie gern gesehen sind und als Menschen aufgenommen werden.

Ein besonderes Anliegen ist uns, den BewohnerInnen einen menschenwürdigen Abschied zu bereiten.
So möchte ich Pfarrer Fritz Koren als Hausseelsorger und Diakon Felix danken, die durch die besinnliche Gestaltung der Begräbnisse dies ermöglichen.

Eines möchte ich nicht unerwähnt lassen:
Es sind nicht nur Profis, die hier arbeiten, sondern auch ehrenamtliche MitarbeiterInnen: zwei Pensionisten, vom 21. Bezirk, die wöchentlich zum Tischtennisspielen kommen, oder Menschen, die einzelne BewohnerInnen besuchen zu einem Gespräch, oder zum Kartenspielen kommen ...

Wer Lust hat sich bei uns ehrenamtlich zu engagieren ist gerne willkommen! Mitzubringen sind Zeit und Interesse für diese Menschen. So suchen wir Leute zum Tarockspielen, zum Kartenspielen, Schachspielen, Zeit für Gespräche, usw.

Dass diese Atmosphäre im Haus Allerheiligen entstehen konnte bin ich überzeugt ist im Bau des Gebäudes gut symbolisiert.

Im Erdgeschoß ist die Pfarre und darüber ist das Haus Allerheiligen,
Die Pfarre, der Glaube ist Grund und auch Kraft auf das das Haus gebaut ist.

Dass so viel Gutes im Haus entstehen konnte und wachsen konnte liegt am Grund.
Der Geist der weiterwirkt im Haus.

veröffentlicht von Mag. Carl Gölles - Hausleiter Caritas Haus Allerheiligen am Dienstag, 5. Dezember 2006

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